Habemus papam - Teil 1

Der Papst ist das religiöse Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche. Er ist zudem das Staatsoberhaupt des Vatikans, den er als absoluter Monarch regiert. Als solcher besitzt der Papst die alleinige Staatsgewalt, untersteht den Gesetzen selbst aber nicht. Absolute Monarchien sind heutzutage selten geworden: außer dem Vatikan können heute noch Saudi Arabien, Swasiland und ev. einige andere arabische Königreiche so definiert werden.

 

Als Kirchenoberhaupt gilt der Papst als Nachfolger des Apostels Petrus, der im 1. Jahrhundert n.Ch. den Märtyrertod starb und in mehreren Bibelstellen als Leiter erwähnt wird.

 

Zusätzlich zu Pontifex Maximus, trägt der Papst die folgenden Titel:

  • Episcopus Romanus („Bischof von Rom“)
  • Vicarius Iesu Christi („Stellvertreter Jesu Christi“)
  • Successor Principis Apostolorum („Nachfolger des Apostelfürsten“ - Petrus)
  • Summus Pontifex Ecclesiae Universalis („Oberster Priester der Weltkirche“)
  • Primas Italiae (oberbischöflicher Ehrentitel)
  • Archiepiscopus et Metropolitanus Provinciae Romanae („Erzbischof und Metropolit der Kirchenprovinz Rom“)
  • Souverän des Staates der Vatikanstadt (weltlicher Titel)
  • Servus Servorum Dei („Diener der Diener Gottes)

 

Angeredet wird der Papst streng nach Protokoll mit „Seine Heiligkeit“, „Eure Heiligkeit“ oder „Heiliger Vater“.

 

Papst ist grundsätzlich ein Job auf Lebenszeit. Allerdings kann er jederzeit freiwillig zurücktreten, was nicht verhindert oder aufgeschoben werden kann. Dies passiert jedoch äußerst selten: Historisch gesehen, geschah es ein paar Mal unter äußerem Druck. Freiwillig jedoch war vor Papst Benedikt XVI. zuletzt Papst Coelestin V. im 13. Jahrhundert zurückgetreten.

 

Zu den Papst-Insignien zählen der Papstthron, die dreifache Papstkrone, der päpstliche Hirtenstab, der Fischerring, eine besondere Form des Palliums sowie bestimmte liturgische Gewänder.

 

Ihren Papstnamen wählen die zukünftigen Päpste selbst. Bis ins 6. Jahrhundert behielten alle Päpste einfach ihren eigenen Vornamen. Rund 400 Jahre später wurde dieser Brauch dann verboten.

 

Papstistik

 

Bis heute gab es – ohne Rücksicht auf die Legitimation – insgesamt 307 kirchenhistorisch relevante Päpste. 38 davon waren sogenannte Gegenpäpste, also Päpste, die zu Lebzeiten eines bereits kanonisch gewählten und nicht zurückgetretenen Papstes aufgestellt wurden. Bei vier Päpsten ist die Legitimität unklar. Von den übrigen 266 Päpsten amtierten 259 in Rom und sieben in Avignon. Drei Päpste starben noch vor ihrer zeremoniellen Amtseinführung. 79 Päpste sowie ein Gegenpapst werden als Heilige verehrt; weitere zwölf wurden selig gesprochen und bei drei weiteren läuft das Seligsprechungsverfahren noch. Der am häufigsten gewählte Name ist Johannes (insgesamt 26 Mal). Im Durchschnitt dauert ein Pontifikat 7,4 Jahre. Zwischen dem Jahr 33 (dem Beginn des Pontifikats Petrus‘) und dem Jahr 2013 liegen 1980 Jahre, in welcher Zeit es sieben längere Sedisvakanzen mit einer insgesamten Länge von etwa 16,5 Jahren gab.

 

In Teil 2 stellen wir Ihnen dann in ein paar Tagen den neuen Papst Franziskus vor...

 

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