There's more to it...

Photograph by Rose Hartman

Das wohl berühmteste Foto von Bianca Jagger zeigt sie im Abendkleid auf einem weißen Hengst in der legendären Disco "Studio 54" in New York. Als exzessive "Königin der Nacht" feierte das Model, das mit Rolling Stone-Legende Mick Jagger verheiratet war, in den 70er-Jahren wilde Partys mit Andy Warhol & Liza Minelli und hatte Affären mit Schauspielern wie Warren Beatty & Ryan O’Neal. Ihre wahre Berufung fand sie allerdings im internationalen Engagement für Menschenrechte & Umweltschutz. Wir blicken hinter die hübsche Fassade und stellen Euch die vielseitige Frau näher vor...

 

Photgraph by Mike Lawn

Bianca Jagger - Supermodel der 1970er-Jahre & Menschenrechtsaktivistin. Geboren am 2. Mai 1945 in Managua, Nicaragua, als Bianca Pérez Morena de Macías, das älteste von drei Kindern eines Marktverkäufers in Managua. Als die Eltern sich Anfang der 50er-Jahre scheiden ließen, brachte ihre Mutter die Familie mit einem kleinen Restaurant durch. Die katholische Schule Immaculada Concepción schloss Bianca mit Bestnoten ab. Schon als Teenager demonstrierte sie mit Studenten gegen das Somoza-Regime.

 

Mit 16 gewann sie ein Stipendium der Pariser Universität Sorbonne und studierte dort Politikwissenschaft. In der Stadt an der Seine traf sie dann 1970 auch Mick Jagger, der mit seinen Rolling Stones dort auftrat. Es war Liebe auf den ersten Blick. Schon im Mai 1971 heirateten die beiden in Saint Tropez und im Oktober kam Töchterchen Jade auf die Welt. Nach acht wilden Ehejahren reichte Bianca Jagger 1979 die Scheidung ein.

Neben einer eher erfolglosen Film- & Fernsehkarriere war Bianca Jagger bereits in den 70er-Jahren politisch engagiert. 1972 kehrte sie in ihre Heimat Nicaragua zurück, um dort nach einem Erdbeben Aufbauhilfe zu leisten und musste erleben, wie sich das Samoza-Regime internationale Spendengelder in die eigene Tasche steckte. Zum Schlüsselerlebnis wurde für sie eine Reise durch Honduras 1981. Dort besuchte sie gerade ein UN-Flüchtlingslager als Todesschwadronen eindrangen und 40 Männer verschleppten. Gemeinsam mit anderen Delegierten verfolgte sie die schwer bewaffneten Rebellen, machte Fotos und drohte damit ihre Taten publik zu machen. "Ich dachte, die bringen uns auch um. Aber dann ließen sie plötzlich alle frei. Mir wurde klar, dass ein bisschen Mut Leben retten kann. Deshalb glaube ich, dass es wichtig ist, Zeugnis abzulegen und eine Stimme zu sein für die, die keine Stimme haben", ist Jagger überzeugt.

Seit über 20 Jahren ist das frühere Partygirl u.a. bei Amnesty International aktiv. Sie war in Bosnien & im Kosovo, in Afghanistan & Pakistan und demonstrierte 2003 gegen den sich ankündigenden Einmarsch der US-Truppen in den Irak. In einem Interview erklärte sie: "Ich wuchs unter Diktator Somoza auf, der Nicaragua 43 Jahre lang beherrschte. Ich setze mich so leidenschaftlich für Menschenrechte, Demokratie & Freiheit ein, weil ich das alles früher nicht erleben konnte."  2004 wurde sie für ihr Engagement mit dem „Right Livelihood Award“ (dem „Alternativen Nobelpreis“) ausgezeichnet – nur eine in einer Reihe von Auszeichnungen. Begründet wurde die Verleihung damit, dass sie gezeigt habe, "wie man Berühmtheit in den Dienst von Ausgebeuteten & Benachteiligten stellen kann".

 

There is much each one of us can do to make a difference… We need to stand up for our principles and values, human rights, civil liberties and the rule of law.” (Bianca Jagger)

 

2004 wurde sie für ihr Engagement mit dem „Right Livelihood Award“ (dem „Alternativen Nobelpreis“) ausgezeichnet – nur eine in einer Reihe von Auszeichnungen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0