Der große Heimatdichter

(c) Steiermärkische Landesbibliothek

Im heurigen Jahr feiert die Steiermark den 170. Geburtstag von Peter Rosegger. Der Heimatdichter, der sich Zeit seines Lebens unermüdlich der Schriftstellerei gewidmet hat, veröffentlichte insgesamt 43 Bände.

 

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Roseggers Heimathaus, von ihm selbst gezeichnet

Leben & Werk

 

Der große Heimatdichter kommt am 31. Juli 1843 als erstes von sieben Kindern einer armen Waldbauernfamilie am Alpl (bei Krieglach, Steiermark) zur Welt. Lesen und Schreiben lernt er von einem pensionierten Schullehrer, der gegen Kost und Logis von Bauernhof zu Bauernhof zieht. Peter Rosegger ist körperlich zu schwach, um Bauer zu werden. Daher schicken ihn seine Eltern bei einem Wanderschneider in die Lehre. Während seiner dreijährigen Lehrzeit lernt er Land und Leute kennen und verfasst bereits zahlreiche Schriften.

 

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1864 wird der Redakteur der Grazer Tagespost, Dr. Svoboda, auf sein Talent aufmerksam und verschafft ihm, gemeinsam mit einem weiteren Förderer – dem Brauindustriellen Peter von Reininghaus – einen Platz in der „Akademie für Handel und Industrie“, die Rosegger bis 1869 besucht. Im selben Jahr erscheint sein erstes Buch „Zither und Hackbrett“ mit Mundartgedichten beim Verlag Pock. Ein Jahr zuvor mussten die Eltern Roseggers Geburtshaus verkaufen und in ein kleines Ausgedingehaus ziehen, da sie verschuldet waren.

 

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Erste Ausgabe des Magazins vom Oktober 1876

1872 verstirbt Roseggers Mutter. Im selben Jahr trifft er Anna Pichler, die Tochter eines Grazer Hutfabrikanten, die er schon ein Jahr später heiratet. 1874 wird Rosegger Vater eines Sohnes. Bei der Geburt seiner Tochter Anna 1875 stirbt Roseggers Frau im Kindbett. Danach stürzt sich Rosegger in die Arbeit. Er zieht nach Graz und gründet dort 1876 die volkstümliche Zeitschrift „Der Heimgarten“. Im Laufe der Jahre gelingt es ihm, viele prominente Beiträge u.a. von Ludwig Anzengruber, Wilhelm Busch, Marie Ebner-Eschenbach, Leo Tolstoi uvm. zu bekommen.

 

Als kritischer und engagierter Journalist setzt er sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen der ländlichen Bevölkerung ein und berichtet in aufrüttelnden Sozialreportagen über Randgruppen der Gesellschaft. Er startet in seiner Zeitschrift auch immer wieder Spendenaufrufe für Projekte. Durch ein solches kann 1902 die Waldschule in Krieglach gebaut werden. Nebenbei veröffentlicht er auch immer wieder literarische Bände.

 

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Peter Rosegger im Kreise seiner Familie

Finanziell steht Rosegger mittlerweile so gut da, dass er sich ein Landhaus in Krieglach bauen lassen kann. 1879 heiratet Rosegger ein zweites Mal; diesmal Anna Knaur, Tochter eines wohlhabenden Baumeisters aus Krieglach. Sie schenkt ihm im Laufe der Jahre drei Kinder (Hans Ludwig, Margarete und Martha). 1896 verstirbt Roseggers Vater. 1910 übergibt Rosegger aus gesundheitlichen Gründen die Leitung des „Heimgartens“ an seinen Sohn Hans Ludwig, der ebenfalls Schriftsteller ist.

 

Peter Rosegger stirbt am 26. Juni 1918 in seinem Landhaus in Krieglach.

 

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Rosegger in jungen Jahren

 

Ehrungen und Auszeichnungen

 

Im Laufe der Jahre gab es zahlreiche Ehrungen für Peter Rosegger: Er bekam u.a. die Ehrendoktorwürde der Universitäten Heidelberg, Wien und Graz, den Preußischen Kronorden der 2. Klasse und das Großkreuz des Franz-Joseph-Ordens. 1913 und 1918 wurde er sogar für den Literatur-Nobelpreis vorgeschlagen.

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Die Waldheimat

 

1877 erschien Peter Roseggers Buch „Waldheimat“, eine erste große Sammlung seiner Kindheits- und Jugenderinnerungen. Das Werk war sehr erfolgreich und machte dadurch Roseggers Heimat im gesamten deutschen Sprachraum bekannt. Der Begriff „Waldheimat“ schien sogar auf Landkarten auf; so wurde aus einer dichterischen Namensgebung eine allgemein anerkannte, regionale Bezeichnung.

 

Peter Rosegger war „seiner“ Waldheimat immer sehr verbunden: „Das alte Waldhaus auf dem Berge füllt in meinem Kopfe mehr Raum aus, als die übrige Welt. Es gehört aber auch der ganze Berg dazu, mit allem was drum und dran ist. Ich versichere euch, es war eine Welt, und nicht eine von den schlechtesten.“

 

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Rosegger-Jahr

 

Anlässlich des Rosegger-Jahres fanden heuer viele Veranstaltungen zu Ehren des Heimatdichters statt; auch im Dezember gibt es noch einige – zu finden unter: http://www.rosegger.steiermark.at/cms/beitrag/11836515/98001799

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Wilhelm Platzer (Freitag, 16 März 2018 00:45)

    Ich wohne schon 54 Jahre hier in Kanada und praesentierte in meinen Adventkonzerten
    "Advent in der Bauernstubn" immer wieder Peter Roseggers "Der erste Christbaum" in Hochdeutsch und andere Geschichten in Mundart.
    Er war, ist und bleibt mein Lieblingsdichter.