Gutes lieber als Schlechtes

(c) Steiermärkische Landesbibliothek

 

„Ein ordentlicher Mensch isst und trinkt, gibt und nimmt, spricht und hört
Gutes lieber als Schlechtes."


Nicht nur in seinen Sprüchen hat Peter Rosegger das Essen und Trinken thematisiert, auch in seinen Geschichten erfährt man so einiges über Speis' und Trank zu seinen Lebenszeiten. Aufmerksamen LeserInnen unseres Blogs wird z.B. diese Stelle aus der Erzählung "Als ich Christtagsfreude holen ging" bekanntvorkommen:


[...] Das wird morgen ein Christtag werden! Denn die Mutter kann 's, wenn sie die Sachen hat. Ein Schwein ist ja auch geschlachtet worden daheim, das gibt Fleischbrühe mit Semmelbrocken, Speckfleck, Würste, Knödelfleisch mit Kren, dann erst die Krapfen, die Zuckernudeln, das Schmalzkoch mit Weinbeerln und Safran! - Die Herrenleut da in Langenwang haben so was alle Tag, das ist nichts, aber wir haben es im Jahr einmal und kommen mit unverdorbenem Magen dazu, das ist was!  [...]

 

Als Rezept des Monats gibt es diesmal zwei traditionelle steirische Gerichte:

 

(c) Kurt-Michael Westermann

Steirisches Krenfleisch

 

Zutaten (6 Personen):

 

800 g Schweinsschulter (mit Schwarte), 125 ml Apfelessig, 4 Karotten, 2 gelbe Rüben, 1/2 Sellerieknolle, 1 Petersilwurzel, 1/2 Stange Lauch, 1 Zwiebel, 150 g Kren, Salz, 2 Lorbeerblätter, 4 Pfefferkörner; Kartoffeln (als Beilage)

 

Zubereitung:

 

Fleisch im Ganzen in einem großen Topf mit Wasser, Essig, Salz, Lorbeerblättern & Pfefferkörnern ca. 40 Minuten lang kochen.

 

Inzwischen Karotten, Rüben, Sellerie & Petersilwurzel putzen, waschen und in feine Stifte schneiden. Zwiebel & Lauch in feine Ringe schneiden. Alles zum Fleisch in den Topf geben und weitere 20 Minuten kochen lassen.

 

Kartoffeln waschen und kochen. Kren reiben.

 

Fleisch portionieren (quer zur Faser schneiden!), mit etwas Sud übergießen, mit Wurzelwerk bedecken und mit reichlich Kren bestreuen. Dazu heiße Salzkartoffeln reichen.

 

Und als Nachspeise...

(c) Land & Leut'

Steirischer Tommerl

 

Zutaten:

 

Teig: 500 g Mehl, 30 g Germ (oder 1 Pkg. Trockengerm), 250 ml Milch, 50 g Butter, 50 g Zucker, Salz

Füllung: 200-250 g Butter, 200-250 g Zucker, Zimt nach Geschmack; wahlweise auch mit Powidl oder mit blättrig geschnittenen Äpfeln möglich

Butter für die Form

 

Zubereitung:

 

Aus Germ, etwas lauwarmer Milch, einer Prise Zucker & etwas Mehl ein Dampfl bereiten und an einem warmen Ort gehen lassen. (Bei der Verwendung von Trockengerm nicht notwendig!)

 

Mehl, Milch, Dampfl, zerlassene Butter, Zucker & eine Prise Salz zu einem glatten Teig verkneten. An einem warmen Ort gehen lassen. Dann nochmals verkneten und noch einmal gehen lassen.

 

Butter in Flocken schneiden und mit Zucker vermischen. Je nach Geschmack mit Zimt würzen. Gugelhupf-Form mit Butter einfetten. Teig etwa fingerdick auswalken. Mischung auf dem Teig verteilen - Rand lassen! Teig einrollen und in die Form heben. Gehen lassen.

 

Teigoberfläche mit Butter bestreichen und bei 160°C eine knappe Stunde backen bis er hell-goldbraun ist. Tommerl aus der Form stürzen und noch warm aufschneiden.

 

Tipp: Wenn man die Zuckermenge verdoppelt und auch etwas mehr Butter nimmt, saugt der Teig nicht alles auf und es läuft nach dem Backen als Karamell aus dem warmen Kuchen heraus!

 

Der Tommerl ist ein typisches Weihnachtsgericht: Er wurde traditionell als festliche Mehlspeise am Weihnachtsmorgen aufgetischt.

 

Wir wünschen Euch ein festliches Weihnachtsessen!

 

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