Russland, immer noch anders :)

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Teil 2 des Gastbeitrags von Valentina Essl, russische Übersetzerin:

 

Astrachan

 

Zum Schluss möchte ich Ihnen meine Heimatstadt vorstellen, die zwar für den internationalen Tourismus noch weitgehend unerschlossen, dennoch für alle Kultur- und Geschichtsinteressierten durchaus zu empfehlen ist. Vor allem ist sie ein Tipp für die Entdecker exotischer Orte, die sich auf die Suche nach den Spuren längst vergangener Kulturen wagen möchten.

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Ganz im Süden von Russland gelegen, dort wo die Wolga in das Kaspische Meer mündet, hat die Stadt immerhin mehr als eine halbe Million Einwohner zu verzeichnen. Die Gegend rund um Astrachan bietet einerseits die üppig grünen Ufer der Wolga und ihrer Nebenflüsse, die sandige Süßwasserstrände beherbergen, anderseits ist die Stadt von den trockenen, aber keinesfalls leblosen südrussischen Steppen und Halbwüsten umgeben.

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Aus kultureller Sicht ist die Stadt wohl gleichermaßen vom Okzident als auch vom Orient geprägt, da sie doch an der Grenzlinie zwischen Europa und Asien liegt (zumindest in zwei Versionen dieser umstrittenen Grenze). Die barocken und klassizistischen Bauten der Altstadt muten europäisch an. Auf den bunten „Bazars“ und in den kleinen Dörfern, wo Kamele noch als Fortbewegungsmittel in Gebrauch sind, kommt man dem orientalischen Flair sehr nah. Das Stadtbild ist vom weißen Kreml (siehe Bild unten) dominiert, der zu Recht zu den schönsten Kremls Russlands gehört. In den warmen südrussischen Nächten erwacht die Stadt zum Leben, entlang der ganzen Wolga-Promenade spielt die Musik und strömen Menschenmassen.

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In der Region Astrachan findet man die kulturellen Überreste der „Tataromongolen“, historische Stätten aus der Zeit der Mongolen-Herrschaft; im Landeskundemuseum kann man zahlreiche Kult- und Alltagsgegenstände der nomadischen Völker bestaunen. Auf jeden Fall sollte man die Sarai-Batu besichtigen, die Hauptstadt des Reichs der goldenen Horde, die ca. 80 km von Astrachan entfernt ist. Oder viel mehr das, was davon nach 700 Jahren übrig geblieben ist und was anhand historischer Bildnisse sorgfältig rekonstruiert wurde, um den Gästen einen Einblick in das asiatische Mittelalter zu gewähren (Dschingis Khan).

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Und für alle, die sich von der Natur verzaubern lassen wollen, empfiehlt sich ein Ausflug auf die berühmten Lotusfelder. Man stelle sich doch die kilometerlangen Felder aus rosaroten Blüten auf tiefgrünen Blättern vor, die im Wasser wachsen und sanft auseinandertreten, wenn man mit dem kleinen Boot durch die Felder gleitet. Aber Achtung, man darf die Blumen auf keinen Fall pflücken, denn sie stehen unter Naturschutz. Von vielen Reisebüros werden ein- oder zweitägige Ausflüge per Schiff angeboten, dazu gehören Picknicks mit frischem Fisch und üppigen Melonen ;-).

 

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