Regenwald der Superlative

Rio Negro, Amazonas
Rio Negro, Brasilien. (c) Michael Roggo - WWF-Canon

 

 

Der Amazonas ist das grüne Herz Südamerikas. Der Großteil davon gehört zu Brasilien. In Zusammenarbeit mit dem WWF stellen wir Euch dieses faszinierende Gebiet näher vor.

 

Schmetterlinge am Juruena-Fluss in Brasilien
Am Juruena-Fluss in Brasilien. (c) Zig Koch - WWF

Mit einer Ausdehnung von 6,7 Mio km² über acht Staaten (Brasilien, Bolivien, Peru, Kolumbien, Ecuador, Guyana, Surinam, Venezuela sowie das französische Überseeterritorium Französisch-Guyana) ist der Amazonasregenwald der größte zusammenhängende Regenwald der Erde.

 

Amazonas-Regenwald
(c) Edward Parker - WWF-Canon

Aber was genau zählt man zum Amazonasgebiet? – Es gibt drei Definitionen:


Amazonas-Biom: besteht überwiegend aus dichtem feuchtem tropischem Wald, allerdings mit verschiedenen Vegetationstypen (Savannen, Überschwemmungswald, Grasland, Sümpfen etc.). „Amazonas“ und „Pan-Amazonas“ sind Synonyme.


Amazonasbecken: ist das Gebiet, welches der Amazonasfluss und seine Nebenflüsse durchziehen; es wird auch als hydrographischen System des Amazonas oder die Amazonaswasserscheide bezeichnet.

 

Politischer Amazonas: ist ein durch die Amazon Cooperation Treaty Organisation (OTCA ist die Abkürzung nach dem spanischen Namen Organización del Tratado de Cooperación Amazónica bzw. portugiesischen Namen Organização do Tratado de Cooperação Amazônica) definiertes, geographisches Gebiet.

Capybara (Wasserschwein) im Amazonas
Capybara (Wasserschwein). (c) Roger Le Guen - WWF-Canon

 

79 % des Amazonasgebietes sind von tropischem immergrünem Wald bedeckt, aber man findet dazwischen auch Savannenlandschaften, Sümpfe, laubwerfenden Wald, anthropogen beeinflusste Flächen (Agrarflächen) und Gewässer.

 

Amazonas
Juruena-Nationalpark in Brasilien. (c) Zig Koch - WWF

Mit 6.400 km Länge ist der Amazonas der zweitlängste Fluss der Erde (nach dem Nil in Afrika), gleichzeitig führt er die größten Wassermengen in das Meer. Mit beinahe 1.000 Nebenflüssen und einer Fläche von 6,74 Millionen km² ist das Amazonasbecken das größte Flussbecken der Welt. Der längste Nebenfluss des Amazonas ist der 3.352 km lange Madeira-Fluss.

 

Amazonas
Juruena-Nationalpark in Brasilien. (c) Zig Koch - WWF

Das Amazonasbecken enthält 15-16 % des weltweit fließenden Süßwassers. Das Biom inklusive der Gebiete außerhalb des Beckens enthalten ungefähr 20 % des weltweiten Süßwassers.

 

Der Amazonas entspringt in den Anden und fließt in den Atlantik. Das bei seinem Eintritt in den Atlantik braun gefärbte Wasser des Amazonas kann bis zu 100 km in den Ozean hinaus gesehen werden.

 

Das Amazonas-Becken enthält weltweit die größte Anzahl an verschiedenen Süßwasserfischarten (geschätzte 3.000 Arten) sowie einige der größten Süßwasserfische (u. a. den fast 2,5 m langen Arapaima gigas).

Jaguar im Amazonas-Gebiet
(c) Y.-J. Rey-Millet - WWF-Canon

Schätzungen zufolge gibt es ungefähr 12,5 Millionen Arten auf der Erde, ein Zehntel dieser Arten sind im Amazonas beheimatet. Bis heute sind im Amazonasgebiet 40.000 Pflanzenarten, 427 Säugetiere, 1.300 Vögel, 378 Reptilien und mehr als 400 Amphibienarten beschrieben worden. Dazu gehören Arten wie der Rosa und Graue Amazonasflussdelfin, die Amazonas-Seekuh, Jaguar (Foto!), Puma, Riesenotter, Pekari, Tapir, Wasserschwein (Capybara), Faultier und viele Primaten. Noch heute werden ständig neue Arten entdeckt, sodass es unmöglich ist, eine endgültige Zahl anzugeben.

Indigene Fischer im Amazonas
(c) Roger Le Guen - WWF-Canon

 

Im Amazonasgebiet leben rund 30 Millionen Menschen, darunter mehr als 2,7 Millionen Menschen indigener Völker (mehr als 220 verschiedene Völker in Brasilien, 59 in Peru, 33 in Bolivien und 10 in Ecuador). Von ihnen werden in Brasilien 180 verschiedene Sprachen gesprochen, 52 in Kolumbien, 33 in Bolivien und 17 in Venezuela.

 

Amazonas, Juruena-Nationalpark in Brasilien
Juruena-Nationalpark in Brasilien. (c) Claudio Maretti - WWF-Brazil

Der Amazonas ist bedroht - Vieh- und Landwirtschaft, Holzfällerei, Infrastrukturmaßnahmen, Bergbau, Umsiedelung, Ausbeutung von Öl und Gas, Überfischung, Expansion von Städten, der Handel mit Wildtieren, Feuer und natürlich der Klimawandel dezimieren ihn allein in Brasilien täglich um etwa 52 km² (das sind 6.400 Fussballfelder pro Tag!).


Die Rodung des tropischen Waldes ist jetzt bereits verantwortlich für bis zu 20 % der globalen CO2-Emissionen. Der größte Anteil des Amazonas-Waldes sind alte Ökosysteme, die momentan geschätzte 90 Milliarden Tonnen Kohlenstoff speichern - ein Vielfaches dessen, was heute an CO2 freigesetzt wird. Das Sterben des Regenwaldes oder bereits die Schädigung eines signifikanten Teils, so wie es für die nächsten 50 Jahre vorausgesagt wird, würde den Klimawandel rasant und irreversibel beschleunigen.

Amazonas, Juruena-Nationalpark in Brasilien
Juruena-Nationalpark in Brasilien. (c) Zig Koch - WWF

Momentan existieren noch 78-80 % des ursprünglichen Amazonasgebietes.
Die Erholung bzw. Wiederbesiedelung des Waldes mit fortpflanzungsfähigen Organismen benötigt 10-12 Jahre, dabei entsteht allerdings nur ein arten- und strukturärmerer Sekundärwald. Gebiete mit hoher Biodiversität benötigen bis zu 25 Jahre zur vollen Wiederbesiedelung; innerhalb eines Sekundärwaldes benötigen einige Organismen (vor allem langlebige Arten, die älter als 100 Jahre werden) mehr als 25 Jahre, bis sie ausgewachsen sind.

Juruena-Nationalpark in Brasilien, Amazonas
Juruena-Nationalpark in Brasilien. (c) Zig Koch - WWF

Als verlässlicher Partner für Regierungen, die Wirtschaft und lokale Umweltschutzorganisationen ist der WWF ein wichtiger Faktor in der Erhaltung des Amazonasregenwaldes. Er hilft vor Ort mit Finanzen, Fachwissen und langjähriger Erfahrung in Naturschutz und Entwicklungshilfe.

 

Der WWF fördert den Schutz der Biodiversität und den nachhaltigen Gebrauch von natürlichen Ressourcen im Amazonas. Die Arbeit des WWF umfasst landesweite Forschung und wissenschaftliche Analysen, Unterstützung von Aufbau und Management in Schutzgebieten, Capacity building, Strategieentwicklung und -verbesserung, Umweltbildung und Schaffung von alternativen Einkommensquellen für die lokale Bevölkerung.

 

Der WWF beteiligt sich auch am Programm Amazon Region Protected Areas (APRA), das von der brasilianischen Regierung finanziert wird und in Partnerschaft mit einigen Organisationen (u. a. der Weltbank) betrieben wird. Ziel ist es, 50 Mio. Hektar Regenwaldgebiet unter Naturschutz zu stellen.

Aus dieser Zusammenarbeit entstanden schon einige geschützte Gebiete u. a. in Französisch-Guyana, Brasilien und Peru.

WWF World Wild Fund for Nature

 

Mit freundlicher Unterstützung des WWF.

Nähere Informationen unter www.wwf.at.

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