Ungarisches Kesselgericht

Slambuc, Schlambutz, ungarisches Kesselgericht

Schlambutz (ung.: Slambuc) – das Kesselgericht der Großen Ungarischen Tiefebene

 

Schlambutz wurde zumeist von den Hirten der Großen Ungarischen Tiefebene sowie von den sog. „Betyáren”, den berühmt-berüchtigten Wegelagerern und Räubern der riesigen Steppenregion zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert, zubereitet. Er gilt als einfaches und sehr wohlschmeckendes Kesselgericht, welches im deutschsprachigen Raum bisher eher weniger Bekanntheit erlangte. Heutzutage existieren hunderte – auch regionale – Variationen, und natürlich erhebt jeder den Anspruch darauf, im Besitz des originalen „Geheimrezepts” zu sein. Wirklich wichtig ist aber nur, dass man einfach Spaß am Kochen hat und dass er am Ende gut schmeckt.

 

Ungarn, Markt, Knoblauch

Zutaten (4 Personen):

 

10 dag geräucherter Rückenspeck, 1 große Küchenzwiebel, 10 dag Tarhonya (dt.: Eier- oder Reibgerstl), 10 dag möglichst breite, quadratische Fleckerl, alternativ bricht man größere (Lasagne-)Platten in kleinere Stücke, 10 dag kleine Fleckerl, 10 dag geräucherte, trockene Paprikawurst, 3 Zehen Knoblauch, 2 mittelgroße Erdäpfel, Salz, Pfeffer, süße Gewürzpaprika, optional eine kleine, scharfe Paprikaschote

 

Slambuc, Erdäpfel, Knoblauch

Zubereitung:

 

Das angegebene Rezept ist nur eine Variation des „echten” Schlambutz. Dieser wird streng genommen nur im Kessel und optimaler Weise unter freiem Himmel zubereitet. Wir machen ihn jetzt aber etwas küchentauglicher, universeller und nehmen alternativ für den Herd einfach einen dickwandigen Topf mit stärkerem Boden.

 

1. Den kleingewürfelten Speck lassen wir bei niedriger Hitze anbraten, bis der Speck im eigenen Fett brutzelt und ganz leicht braun wird. Lassen wir uns dabei wirklich genug Zeit, nicht dass der Speck anbrennt – das kann schnell gehen. Im selben Fett dünsten wir dann die kleingehackte Zwiebel glasig und braten die Tarhonya leicht an. In der Zwischenzeit braten wir in einer separaten großen Pfanne die großen und die kleinen – noch ungekochten, trockenen – Fleckerln an, die wir bei Schritt 3 ebenfalls in den Topf geben werden. Nun würzen wir das entstehende Gericht nach Geschmack mit Salz, Pfeffer und Gewürzpaprika.

 

2. Wer es gerne etwas schärfer hat, gibt jetzt die kleingeschnittene Paprikaschote hinzu – es muss nicht die ganze Schote sein, nur mit Maß und Ziel. Auch die in Medaillons geschnittene Paprikawurst kommt dazu sowie die gewürfelten Erdäpfel und die gehackten oder gepressten Knoblauchzehen. Nun gießen wir den werdenden Schlambutz mit Wasser auf – aber nur knapp, bis die Zutaten unter Wasser sind.

 

3. Wenn das Gericht kocht, geben wir die separat angerösteten Fleckerln dazu und decken den Topf zu. Den verdampfenden Saft ersetzen wir wieder mit Wasser – bloß nicht zu viel nehmen. Wir kochen das Gericht, bis alle Zutaten weichgekocht sind. Eventuell schmecken wir den Schlambutz am Ende noch einmal ab und würzen bei Bedarf vorsichtig nach.

 

Sommerabend, Ungarn

Wir servieren schließlich den Schlambutz auf tiefen, rustikalen Tellern, zusammen mit eingelegtem Sauergemüse in kleinen Salatschüsserln (am besten nehmen wir Salzgurkerl oder Csalamádé, sprich: Tschalamade dazu). Das Kochen im Kessel erfordert zwar etwas mehr Vorsicht, macht aber an einem gemütlichen Sommerabend in guter Gesellschaft viel Spaß. In Begleitung eines guten Badacsonyer Grauburgunders oder Blaustenglers ist die Mahlzeit natürlich perfekt abgerundet.

 

Lassen Sie es sich schmecken, jó étvágyat!

 

Dávid Huszti

 

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