La Réunion - Insel der tausend Facetten

Diesen Monat nimmt uns die Übersetzerin Raïta Nitzl mit auf die Insel La Réunion, das französische Überseedépartement mitten im Indischen Ozean.

 

In drei Berichten erfahrt Ihr Wissenswertes über die beeindruckenden Landschaften der Insel, einen ganz besonderen Kaffee, die kreolische Kultur und einen ausgestorbenen Vogel, der nicht nur in den Herzen weiterlebt.

Forêt de Bélouve, Réunion
Forêt de Bélouve (c) Raïta Nitzl

Wenn man La Réunion hört, denkt man vermutlich an beeindruckende Berge, dichten Urwald, ausgedehnte Zuckerrohrplantagen und mondähnliche Vulkanlandschaften. Und das zu Recht, denn an kaum einem anderen Ort gibt es so viele verschiedene Mikroklimata wie auf dieser Insel im Indischen Ozean. Wer sich einen Eindruck von der Pflanzenwelt und dem tropischen Dschungel Réunions verschaffen will, begibt sich am besten in den Forêt de Bébour und den daran angrenzenden Forêt de Bélouve. Hier taucht man ein in einen mystischen Nebelwald, in dem es märchenhafte Farnbäume und zahlreiche endemische Pflanzenarten zu bestaunen gibt.

Sandwüste Plaine des Sables, Réunion
Plaine des Sables (c) Raïta Nitzl


Außer tropischen Regenwäldern findet man auf La Réunion einen der aktivsten Vulkane der Erde, den Piton de la Fournaise (2631m), und eine einzigartige Vulkanlandschaft.

 

Inmitten einer alten Kraterlandschaft befindet sich die Plaine des Sables, eine Sandwüste, die vor gut 40.000 Jahren entstanden ist und einer wahren Mondlandschaft gleicht!

Eigentlich ist La Reunion "nur" Vulkan, da die Insel vulkanischen Ursprungs ist - die drei Talkessel (Salazie, Cilaos, Mafate) sind entleerte Magmakammern des Piton des Neiges, der schon vor knapp 12.000 Jahren erloschen ist. Der Piton des Neiges ist der höchste Berg der Insel und zugleich der höchste (inaktive) Vulkan des gesamten Indischen Ozeans.

Hingegen ist der Piton de la Fournaise immer noch aktiv und spuckt in der Regel alle 8-9 Monate ein wenig Lava aus. Immer wenn es soweit ist, kommen zahlreiche Schaulustige unter dem Motto: „Volcan i pète“ (Kreolisch für: „Der Vulkan furzt“). Bei großen Ausbrüchen fließt die Lava Richtung Osten ins Meer und vergrößert die Insel um ein paar Hektar. Gefährlich ist es hier aber nicht, die Eruptionen sind meist recht klein und das Vulkanologische Observatorium verfügt über ein fortschrittliches Überwachungssystem. Zudem fließt die Lava immer in dieselbe Richtung - dieses unbewohnte Gebiet nennt sich Le Grand Brûlé (dt. „das große Verbrannte“) und kann sogar mit dem Auto befahren werden. Schilder zeigen an, welchen Lavastrom man gerade überquert. Vorsicht geboten ist beim Lavastrom von 2007 – hier sind einzelne Stellen noch so heiß, dass man sich gefährlich verbrennen kann. Daher ist das Betreten auch streng verboten. An einigen Stellen sieht man sogar noch den Schwefeldampf aufsteigen! Immer aktuelle Meldungen über Ausbrüche findet man hier.

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