Sommer-Universiade 2015 in Gwangju

Im zweiten Teil seines Gastbeitrages erzählt uns Mental- und Gesundheitstrainer Michael Leitner von seinen Erfahrungen als Betreuer der österreichischen Delegation bei einer der weltweit größten Sportveranstaltungen - der Sommer-Universiade in Südkorea.

 

Stadion in Gwangju
Stadion in Gwangju. (c) Unisport Austria

Die Universiade ist eine internationale Multisportveranstaltung – ähnlich wie die Olympischen Spiele – und wird seit 1959 alle zwei Jahre von der Fédération Internationale du Sport Universitaire (FISU) organisiert. Wie bei den Olympischen Spielen auch gibt es eine Sommer- und eine Winter-Universiade, wobei die Sommer-Universiade, gemessen an der Teilnehmerzahl, immer um einiges größer ist als die Winter-Universiade.


Eröffnungszeremonie Universiade 2015
Eröffnung Universiade 2015. (c) Unisport Austria

Die Sommer-Universiade fand diesmal im südkoreanischen Gwangju statt, wo sich vom 3. bis zum 14. Juli 2015 die besten studentischen Spitzensportlerinnen und Spitzensportler zur weltweit zweitgrößten Multisportveranstaltung nach den Olympischen Spielen trafen. Bei der 28. Sommer-Universiade wurden Medaillen in insgesamt 21 Sportarten vergeben und es nahmen knapp 13.000 Studentinnen und Studenten aus 143 Ländern teil. Das Gastgeber-Land Südkorea führte am Ende der Wettkämpfe den Medaillenspiegel eindeutig mit 47 Goldmedaillen vor Russland (34) und der Volksrepublik China (34) an. Österreich konnte leider, trotz herausragender Leistungen, bei der heurigen Universiade keine Podestplätze erringen.

Team Austria bei der Universiade Gwangju 2015
Team Austria bei der Universiade Gwangju 2015. (c) Unisport Austria

Ich durfte als Teil des Betreuer-Teams an diesem großartigen Event teilnehmen und war vorwiegend für die österreichischen SchwimmerInnen, FechterInnen, KanutInnen, Tennisspieler, Kampfsportler Taekwondo, LeichtathletInnen und eine Akrobatikturnerin zuständig. Somit pendelte ich jeden Tag zwischen dem „Village“ und den verschiedenen Sportstätten hin und her. Village wird die Siedlung von Hochhäusern genannt, in denen alle SportlerInnen, TrainerInnen, BetreuerInnen, sprich alle TeilnehmerInnen der Wettbewerbe, untergebracht sind. Das Village war eingezäunt und wurde bewacht, sodass man nur mit entsprechendem Ausweis eingelassen wurde. Für Verpflegung stand eine riesige Food Hall zur Verfügung, in der Speisen aus aller Welt angeboten wurden und die häufig als Treffpunkt der einzelnen Nationen diente, wo man aber auch immer wieder neue Menschen kennenlernte.

(c) www.lebegut.at
(c) lebegut.at

Alles in allem war die Universiade wieder eine interessante Möglichkeit, mich in meinem Bereich der mentalen und therapeutischen Betreuung von SportlerInnen weiterzuentwickeln und wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Zudem durfte ich ein neues Land kennenlernen, von dem ich positiv überrascht wurde. Ich verbrachte nach dem sportlichen Großevent noch einige Tage im Landesinneren in einem buddhistischen Kloster, wo mich nach den Menschenmengen, dem straffen Zeitplan der Wettbewerbe und dem hochtechnisierten Leben in einer koreanischen Großstadt Besinnung, Langsamkeit, Ruhe und Entbehrung wieder in mein seelisches Gleichgewicht brachten. In den zwei Wochen in Südkorea habe ich somit die beiden Extreme des Landes kurz kennen- und schätzen lernen dürfen.

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